Ein Mann (ich), ein 9-tägiges Festival, eine Aufgabe: Jeden Tag des Mixed Arts Festivals in einem kleinen Video festhalten, welches noch vor Beginn der nächsten Veranstaltung am darauf folgenden Tag online sein sollte. Das hatte ich mir vorgenommen um die größtmögliche Wirksamkeit der Videos für das Festival zu erreichen. Im folgenden seht ihr also insgesamt 9 hochwertige Videos, die unter enormem Zeitdruck entstanden sind und für die ich jede einzelne Veranstaltung des Festivals besucht habe. Ein anstrengender, aber auch wirklich toller Job. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so viel verschiedene Kultur in so kurzer Zeit erlebt habe. Vorsicht, falls ihr heute noch zum Sport gehen wollt: Euer rechter Zeigefinger wird sich am Ende dieses Beitrags dafür entschuldigen lassen, weil er sein Pensum schon geschafft hat. Hier muss mächtig gescrollt werden.

Im Vorfeld habe ich mir dazu die kleine Animation zum Reset Festival, die vor jedem Film zu sehen ist, einfallen lassen. Auf dem Rückweg vom Einkaufen hatte ich das bereits bestehende Design von Enrica Granado für Web und Print vor Augen, als mir auffiel, dass die Worte Reset und Teaser aus den selben Buchstaben bestehen. Mit Ausnahme des As. Zu Hause angekommen habe ich daraus die finale Idee entwickelt und schnell in After Effects umgesetzt. So einfach kann das manchmal sein.

Tag 1 mit Darjeeling:

(Direktlink auf Youtube)

Was für ’ne junge, coole Band die Jungs von Darjeeling doch sind. Obwohl es sie gerade erst seit einem knappen Jahr zusammen gibt, ist das Teilchen und Beschleuniger brechend voll. Super für die Bilder, aber schwierig da mal kurz die Position zu wechseln. Ein bisschen Stolz bin ich da auf die Einstellung, in der der Mann im Spiegel passend zur Songzeile „I am not a loner“ beginnt die Hand einer anderen Person zu streicheln. Auch, wenn es außer mir vermutlich niemand sonst bemerkt (Beginnt bei Sekunde 36).

Am nächsten Tag ging es gleich um 15:30 Uhr weiter. Sehr straffer Zeitplan. Bis dahin war das Video online, und das obwohl sich passend um 3 Uhr nachts mein Internet aus unerklärlichen Gründen verabschiedet hatte und bis dahin nicht wieder funktionierte. Ein riesen Dank gilt an dieser Stelle Nora, deren Internet ich für den Upload und das Teilen auf den sozialen Kanälen dann benutzen durfte.

Tag 2 mit Inca Orca, Denis Jones, Ralf Heimann u.v.a.

(Direktlink auf Youtube)

Langer Tag, langes Video. Hier mag ich den Übergang von Inca Orca zu Denis Jones total gerne (startet etwa bei 2:28 Min). Als hätte Denis Jones die ganze Zeit hinter dem Pult in geduckter Haltung gewartet um plötzlich aufzuspringen und seinen Part im Teaser zu beginnen. Tatsächlich hat er nur an irgendwelchen Knöpfen rumgedrückt, die da überall rumlagen. Teilweise eben auch auf dem Boden. Die Realität ist meist ziemlich langweilig und man möchte sie eigentlich gar nicht kennen. Naja. Zu spät.

Tag 3 mit Arthur Adam und Slimfilms

(Direktlink auf Youtube)

Einerseits war ich als Kameramann zur Dokumentation des Tages vor Ort, andererseits als Kameramann für den bei Slimfilms laufenden Kurzfilm „Left Alive„. Von dem habe ich – wieder passend zum Song „You’re not awake“, den Arthur Adam dort gespielt hat – ein Bild bei Sekunde 23 ins Video geschmuggelt.

Tag 4 mit Einar Stray Orchestra

(Direktlink auf Youtube)

Die Bühne voll mit Musikern, Violine und Chello dabei (damit hat man mich meist schon für sich gewonnen), und eine beeindruckende Stimme. Das war der Abend mit dem Einar Stray Orchestra, einer Band die ich definitiv im Auge behalten werde. Die könnens einfach, die Norweger.

Tag 5 mit Lambert und Unland in der Petrikirche

(Direktlink auf Youtube)

Ein Pianist mit zwei extrem langen Hörnern am Kopf spielt in einer Kirche am Konzertflügel. Soweit ist es schon gekommen. Total super! Lambert, der Senkrechtstarter der Klavierszene, hat mit seinem Konzert in der Petrikirche und den ziemlich unterhaltsamen Moderationen das Publikum begeistert. Die Moderationen sind allerdings nicht im Video zu hören. Dafür müsstet ihr dann doch mal ein Konzert von ihm besuchen.

Tag 6 mit Andalucia, Andreas Weber und Krawehl

(Direktlink auf Youtube)

Alles laut und krawallig. Aber was erwartet man auch anderes beim Besuch des verkaufsoffenen Sonntags vom Möbelhaus Finke (ganzer Text von Andreas Weber kann hier nachgelesen werden)?

Tag 7 mit The Dorf, Disco Halt, Ketar u.v.a.

(Direktlink auf Youtube)

Ca. 25 Leute auf der Bühne (Ich habe sie nicht nachgezählt. Dafür war keine Zeit.) und das sind eigentlich nur 2/3 der Besetzung. Normalerweise ist das für so ein Dorfkonzert kein gutes Omen, da die Musiker dort meist nicht sonderlich talentiert und zudem knallebreit vom Freibier sind. Packt man ein „The“ davor, ist alles anders: „The Dorf“ steht dann für meiner Meinung nach sauguten Jazz mit den unterschiedlichsten Einflüssen, bei dem dann nichtmal mehr die Füße des Dirigenten still stehen.

Tag 8 mit Egokind, Exchampion u.v.a. beim AV Picknick

(Direktlink auf Youtube)

Das AV Picknick ist in Münster inzwischen wohlbekannt und ich bin ja sein angestammter medialer Begleiter (siehe hier). Beim Reset Festival gab es die erste Club-Edition, bei der nicht mehr auf Picknickdecken flaniert, sondern ordentlich die Tanzfläche strapaziert wurde. Plus Tanzperformance von Katrin Banse zu den ordentlich nach vorne preschenden Drums von Exchampion.

Tag 9 mit AG Klang, David Krützkamp, Slimfilms und sozialpalast

(Direktlink auf Youtube)

Nochmal ein langer, aber schöner Tag. Mit zwei Mal Theater, Musik und einem weiteren Teil des super kuratierten Kurzfilmprogramms. Nebenher gab es für mich ein überraschendes Wiedersehen mit dem Gitarristen der Band von Footloose am Theater Münster, der dort zusammen mit David Krützkamp gespielt hat. Wie klein Münster doch ist.

Das Fazit für das Reset Festival: Ich habe wirklich jede der zahlreichen Veranstaltungen an den neun Tagen in Folge besucht und unter großem Zeitdruck für jeden Tag ein hochwertiges Video produziert. War das ein Wahnsinn. Aber ich wollte mir irgendwie auch beweisen, dass ich das kann. Und nebenbei habe ich einen Haufen Kultur mitbekommen, von dem ich einige Teile sicher im Auge behalten werde. Auch wenns extrem anstrengend war: Ich würde es wieder machen.