Zu einer Zeit, die man wohl mit etwas Wohlwollen so gerade eben noch als Anfang des Jahres bezeichnen könnte, fragte mich das Künstlerduo Butchers&Duchess ob ich für ihren Kurzfilm namens „Left Alive“ die Kamera übernehmen wolle. Ich wollte. Zum einen weil ich das Drehbuch für sehr ambitioniert empfand und mich die Herausforderung reizte, zum anderen weil die beiden bereits ein fast 90-minütiges Hörspiel mit unzähligen Rollen realisiert hatten. Das – und die Sache dass ich den Titel des Hörspiels, „Der Freyspriester Hrafnkell“, bis heute nicht aussprechen kann – rangen mir den nötigen Respekt ab um daran zu glauben, dass dieser Film gemeinsam möglich ist.

Gedreht wurde im Juni an insgesamt vier Tagen (bzw. Nächten) in drei verschiedenen Wohnungen. Zur Seite stand mir Steven Bors und um einen astreinen Ton kümmerte sich ein alter Bekannter: Fabian Fischer, für den ich bereits bei seinem Kurzfilm „Nahbereich“ die Kamera übernommen hatte. Vor der Kamera agierten Susann Gozdek vom Theater Lübeck, Dennis Laubenthal und Suzanne McLeod vom Theater Münster und Merle Reinshagen.

Aber worum geht es in Left Alive eigentlich? Wenn das so einfach wäre… Ich würde sagen es geht um nichts. Man könnte aber auch sagen, dass es um vier Personen geht, die nachts in ihren Wohnungen sitzen und versuchen auf unterschiedliche Weise ihre Einsamkeit zu ersticken. Oder man könnte sagen, dass es um ein Zitat von Janosch (ja, Tigerente und so) geht: „Nichts muss gemusst werden, nur was freiwillig gemusst wird, muss gemusst werden.“ Ziemlich verschwurbelt. Und an allen drei Varianten ist was dran. Am besten ihr guckt euch den Film einfach an. Wo?

Die Festivals sind durch, ab jetzt ist „Left Alive“ kostenlos im Internet zu sehen:

(Direktlink auf Youtube)